AWO veröffentlicht historischen Stadtplan

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Müttererholung der Arbeiterwohlfahrt in Magdeburg um 1929, Quelle: AWO LV Sachsen-Anhalt e.V.

Im Rahmen der bundesweiten AWO Aktionswoche „Echtes Engagement. Echte Vielfalt. Echt AWO“ hat der AWO Landesverband Sachsen-Anhalt e.V. am Mittwoch im Magdeburger Rathaus einen historischen Stadtplan herausgegeben.

1990 wurde die Arbeiterwohlfahrt nach jahrzehntelangem Verbot auf dem Gebiet des heutigen Sachsen-Anhalt wiedergegründet. Anlässlich des 25-jährigen Bestehens veröffentlicht nun der AWO Landesverband Sachsen-Anhalt e.V. einen historischen Stadtplan mit Orten, Personen und Ereignissen, die für die Entwicklung der Arbeiterwohlfahrt in Magdeburg und Umgebung in den 20er und 30er Jahren von besonderer Bedeutung waren. Darüber hinaus sind aktuelle Einrichtungen abgebildet, die nach bedeutenden Persönlichkeiten der AWO benannt worden sind.

Die Arbeiterwohlfahrt in Magdeburg wurde im Oktober 1920 als Ortsausschuss für Arbeiterwohlfahrt in der SPD gegründet. Alle Funktions- und Mandatsträgerinnen der SPD sowie die in den verschiedenen Bereichen der Wohlfahrtspflege zuständigen Frauen der SPD waren zur Mitarbeit aufgerufen. Die Hauptaufgabe der Arbeiterwohlfahrt wurde darin gesehen, die Ideenwelt der Arbeiterbewegung in das große Arbeitsgebiet Wohlfahrtspflege hineinzutragen. Erst in den späten 20er Jahren unterhielt die Arbeiterwohlfahrt eigene Einrichtungen.

v.l.n.r. Elias Steger (Projektmitarbeiter AWO LV), Petra Grimm-Benn (Vorstandsvorsitzende), Dr. L. Trümper (OB der Stadt Magdeburg) u. Wolfgang Schuth (Landesgeschäftsführer) Foto: C. Hagge

v.l.n.r. Elias Steger (Projektmitarbeiter AWO LV), Petra Grimm-Benne (Vorstandsvorsitzende), Dr. L. Trümper (OB der Stadt Magdeburg) u. Wolfgang Schuth (Landesgeschäftsführer) Foto: Caroline Hagge

Die bewegte Geschichte der Arbeiterwohlfahrt Magdeburgs ist untrennbar mit der Geschichte der Magdeburger Sozialdemokratie und der Landeshauptstadt selbst verbunden. Bei der Betrachtung von Orten und Persönlichkeiten der Arbeiterwohlfahrt fällt auf, dass eine strikte Trennung von Arbeiterwohlfahrt und anderen Organisationen der sozialdemokratischen Bewegung nicht möglich ist. So ist die Gründung der Kinderfreunde in Magdeburg auf die Initiative von Mitgliedern der Arbeiterwohlfahrt zurückzuführen. Auch andere Umfeldorganisationen der SPD, wie die Sozialistische Arbeiterjugend (SAJ), das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, die Naturfreundebewegung und viele weitere Organisationen waren organisatorisch und personell mit der Arbeiterwohlfahrt verzahnt. Magdeburg war die einzige deutsche Großstadt, die durchgängig von 1919 bis 1933 einen sozialdemokratischen Oberbürgermeister hatte. Das Projekt wurde von einer örtlichen Geschichtsagentur umgesetzt.

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In diesem Jahr feiert die AWO in Sachsen-Anhalt ihren 25. Geburtstag. Über das Jahr verteilt finden dazu verschiedene Veranstaltungen statt. Höhepunkt ist die AWO Aktionswoche vom 13. bis 21. Juni. Seniorenzentren, Kitas, Krankenhäuser und weitere AWO Einrichtungen quer durchs Land planen ein buntes Programm und präsentieren ihre engagierte soziale Arbeit. Was – wann und wo stattfindet, kleine und große Veranstaltungen kann man hier nachlesen: http://www.echt-awo.org/blog/kalender/sachsen-anhalt/